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45 Jahrmärkte voller Herzblut: Waltraud Schwanninger übergibt den Glückstopf

  • Autorenbild: Stadtmusik Kitzbühel
    Stadtmusik Kitzbühel
  • 19. Juli
  • 3 Min. Lesezeit
Seit Anfang der 1980er-Jahre gehört Waltraud Schwanninger ebenso zum Kitzbüheler Jahrmarkt wie die Musik, die vielen Standln und das bunte Treiben in der Innenstadt. Bei 45 Jahrmärkten war sie die gute Seele des legendären Glückstopfs der Stadtmusik. Zum großen Jubiläum übergibt sie die traditionsreiche Aufgabe nun in neue Hände.


Wer am Jahrmarkt durch die Vorderstadt spaziert, kommt an ihm kaum vorbei: dem Glückstopf der Stadtmusik Kitzbühel. Die kleine Holzhütte neben der Hauptbühne ist seit Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt. Hier werden Lose gekauft, Preise begutachtet, Neuigkeiten ausgetauscht und natürlich wird auch der eine oder andere „Ratscher“ gehalten.

Mittendrin war über viele Jahre Waltraud Schwanninger. Seit Beginn der 1980er-Jahre organisierte sie den Glückstopf mit großem Einsatz, viel Freude und einem beeindruckenden Gespür für die Menschen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Christl Planer und zahlreichen helfenden Händen sorgte sie dafür, dass am Jahrmarkt alles bereitstand.

Hunderte Preise und ganz viel Handarbeit
Mehr als 600 Preise warten jedes Jahr in und rund um die kleine Glückstopf-Hütte auf ihre Gewinnerinnen und Gewinner. Das Angebot reicht von Spielsachen, T-Shirts und Rucksäcken über Werkzeug und Jausenbretter bis hin zu Geschenkskörben und einem Reisegutschein als Hauptpreis.

Ein besonderer Blickfang thront traditionell auf dem Dach: ein neues Mountainbike. Dass das Fahrrad dort oben präsentiert wird, entstand ursprünglich aus Platznot. In der kleinen Hütte war schlicht kein Platz mehr. Aus der praktischen Lösung wurde eine Tradition, die heute nicht mehr vom Glückstopf wegzudenken ist.

Bis die Preise am Jahrmarkttag schön verpackt bereitstehen, ist allerdings viel Arbeit notwendig. Waltraud Schwanninger besuchte dafür die Kitzbüheler Betriebe persönlich, bat um Sachspenden, holte die Preise ab und lagerte sie teilweise sogar zu Hause zwischen.

Legendär waren dabei ihre Fahrten mit dem orangefarbenen Puch-Maxi-Mofa. Schwer beladen war sie damit in der Stadt unterwegs. Nur besonders große Gewinne – darunter einmal ein zwei Meter großer Plüschtiger – verlangten nach einem geräumigeren Transportmittel.

Auch der Kitzbüheler Anzeiger berichtete über Waltrauds Glückstopf-Pension
Auch der Kitzbüheler Anzeiger berichtete über Waltrauds Glückstopf-Pension

Ein gemeinschaftliches Kitzbüheler Projekt
Dass die heimischen Unternehmen den Glückstopf seit Jahrzehnten mit so vielen hochwertigen Preisen unterstützen, ist für die Familie Schwanninger keine Selbstverständlichkeit. Für Stadtmusik-Obmann Michael Schwanninger zeigt diese Großzügigkeit vor allem, wie eng die Kitzbüheler Betriebe mit der Stadtmusik und dem Jahrmarkt verbunden sind.

Im Hause Schwanninger wurden die gespendeten Artikel anschließend sortiert, ergänzt und liebevoll zu attraktiven Preisen zusammengestellt. Aus einem einzelnen Produkt wurde so häufig ein kleines Geschenkspaket. Der Glückstopf war für die Familie nie nur eine Tombola, sondern eine echte Herzensangelegenheit.

Die nächste Generation übernimmt
Den 100. Jahrmarkt hätte Waltraud Schwanninger gerne noch einmal hinter ihrer vertrauten „Budl“ erlebt. Nach einer Oberschenkelfraktur ist ihr der große persönliche Einsatz jedoch nicht mehr möglich. Deshalb gibt sie die Verantwortung nun schweren Herzens weiter.

Die Tradition bleibt dennoch fest in der Familie und in der Stadtmusik verankert. Erstmals werden rund 40 Stadtmusikantinnen und Stadtmusikanten in Kitzbühel unterwegs sein, um bei den heimischen Betrieben um Preise für den Glückstopf zu bitten.

Auch Waltrauds Enkelkinder Johanna und Felix kennen die Abläufe bereits von klein auf. Viele Jahrmarktstunden verbrachten sie bei Oma und Opa in der Hütte und lernten dabei aus erster Hand, wie viel Organisation, Zusammenhalt und Freude hinter dem Glückstopf stecken.
Damit beginnt zum Jubiläum ein neues Kapitel – auf einem starken Fundament, das Waltraud Schwanninger in 45 Jahrmarktjahren mit aufgebaut hat.

Ein großes Dankeschön, Waltraud!
Der Glückstopf ist weit mehr als eine Verlosung. Er ist ein Stück Kitzbüheler Jahrmarktgeschichte, ein Treffpunkt für Generationen und ein sichtbares Zeichen dafür, was gemeinschaftliches Engagement bewirken kann.

Liebe Waltraud, die Stadtmusik und die gesamte Jahrmarkt-Familie sagen Danke: für unzählige gesammelte und verpackte Preise, für die vielen Stunden hinter der Hütte, für deine Herzlichkeit – und für 45 Jahrmärkte voller Leidenschaft.

Beim 100. Jahrmarkt heißt es dann wieder: Lose sichern, das Glück herausfordern und gemeinsam ein ganz besonderes Stück Kitzbüheler Tradition erleben.
 
 
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